Der letzte Tag steht etwas im Schatten seiner Vorgänger, warum, es ist eben der letzte und das Wetter eher zweifelhaft.

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Unser Plan ist, mit der Seilbahn von Bezau auf die Niedere zu fahren und dann entweder zur Mittelstation abzusteigen oder den Panoramarundweg zu gehen, also auf jeden Fall eine gemütliche Unternehmung.

Mit etwas Wehmut wird am Morgen ein letztes Mal im Nazes Hus gefrühstückt, danach packen wir ein und brechen auf.

Angekommen an der Bergstation Baumgarten wendet man sich nach Osten, wir beiden alten Wälderurlauber kennen die Strecke bereits, denn wir waren im Winter vor einigen Jahren schon hier oben. Der Weg ist eigentlich als Spaziergang zu bezeichnen, was aber dem Vergnügen keinen Abbruch tut, denn es gibt auch hier Blümchen am Wegesrand und wir sind ja schließlich auch nicht auf der Flucht.

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Kurz vor Erreichen eines kleinen felsigen Riegels fängt es dann tatsächlich an zu regnen, so dass der zwischenzeitlich gefasste Entschluss, hinab zur Mittelstation "Sonderdach" zu gehen wieder kassiert wird. Wir gehen zurück wie gekommen, auch eingedenk der Tatsache, dass der "Panoramarundweg" direkt oberhalb der Bergstation wegen Lawinengefahr gesperrt ist. Außerdem beobachten wir dort Touristen (nicht abschätzig gemeint, wir sind ja selber solche), die den größtenteils verschneiten nördlichen Abschnitt des Wegw in Flip-Flops begehen, und da meine emphatischen Fähigkeiten ohnehin nicht besonders ausgeprägt sind, möchte ich nicht riskieren irgendwelche in Bergnot geratenen Voll-Spacken links liegen zu lassen (womit ich zwar einerseits Charles Darwin zu seinem Recht verhelfen würde, andererseits aber eine Klage wegen unterlassener Hilfeleistung am Hals haben könnte).

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Wir spazieren also wieder zurück zur Bergstation. Dort wartet eine warme Mahlzeit auf uns und da wir ja nun weniger Zeit zum wandern gebraucht haben, bleibt uns mehr Zeit für's essen. So hat alles sein gutes und gut gesättigt lassen wir uns im Anschluss wieder ins Tal schaukeln.

Man verabschiedet sich unter Drohungen ("nächstes Jahr treffen wir uns hier wieder und wehe bis dahin habt ihr die Namen der ganzen Blümchen vergessen") und fährt nach hause.

Schön war's und die Drohung mit dem nächsten Jahr ist durchaus ernst gemeint!


Bereits zwei Tage zuvor hatte ich die Tickets für die Fahrt mit der Wälderbahn von Bezau nach Schwarzenberg reserviert. Das ist eine nette Abwechslung, wenn das Wetter einmal nicht so gut ist oder man zur Abwechslung keine Bergwanderung machen möchte. Da wir uns aber trotzdem etwas an der frischen Luft bewegen wollten, wurde beschlossen, am wälder-auswärtigen Endpunkt der Strecke auszusteigen und vor der Rückfahrt eine kleine Wanderung entlang der Bregenzer Ache und über Schwarzenberg zu machen. Auch diese Tour kannten wir bereits, hatten sie an einem elend heißen und schwülen Tag bereits einmal gemacht. Von daher war ich etwas skeptisch, andererseits war die Temperatur aktuell bei etwa 20 Grad, so dass von heiß und schwül zumindest dieses mal keine Rede sein konnte.

Aber zuerst fahren wir ja mit der Bahn!

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Wir stellen das Auto am Bahnhof in Bezau ab, bewundern die Dampflok und die rußgeschwärzte Schaffnerin (!). Dann besorgen wir die Tickets und lassen uns Plätze zuweisen. Die Fahrt selber ist im Prinzip nicht erwähnenswert, man tuckert halt so vor sich hin und es schuckelt einen auf den harten Bänken ein bisserl rum. Die Geschwindigkeit hat durchaus etwas archaisches, dazu raucht's stark aus dem Kamin von der Lokomotive und außerdem wird immer getutet wenn an der Strecke Zuschauer stehen, also praktisch ständig. Rational begründen lässt es sich eigentlich nicht warum man sich das antut, könnte man doch mit dem Auto dieselbe Strecke in einem Viertel der Zeit zurücklegen, aber offensichtlich stellt sich bei der Fahrt mit der Wälderbahn eine gewisse irrationale Sehnsucht nach einer Vergangenheit ein ("Zeit, die gute, alte"), die keiner von uns je gekannt hat und die bestimmt kein angenehmeres Dasein geboten hat, als wir es jetzt haben. Und es ist natürlich schön, wenn man mitbekommt mit welchem Enthusiasmus die Vereinsmitglieder den 1983 stillgelegten Bahnbetrieb wieder zum Leben erweckt haben. Außerdem ist es ein Mosaikstein des ausgeprägten Wälder-Bewusstseins, das den Urlauber anzieht und für die Bewohner nicht nur wegen des Tourismus wichtig ist.

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Das Ende der Strecke (vom anderen Ende aus gesehen) bildet der Bahnhof Schwarzenberg, der sich in Bersbuch befindet, um es mal so zu sagen, in the middle of nowhere. Es gibt da noch ein Autohaus und auf einer Wiese steht ein witziger Kletterturm (eigentlich eher ein Kletterpfosten, der aber immerhin der höchste Österreichs sein soll).

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Unser Wanderweg überquert zuerst die Bregenzer Ache auf der Straße, um von der anderen Seite aus den Talgrund der selbigen zu erreichen. Dort geht’s erst an einer Kuhweide (ich betätige mich als Kuhflüsterer), danach an einem Sportplatz vorbei und dann langsam rein in die Botanik. Man wandert mal ein paar Schritte rauf und mal wieder runter, im wesentlichen entlang des Flusslaufs. Als wir nach einiger Zeit Pause machen, können wir auch eine Reihe von Paddlern beobachten Wir hatten damit gerechnet, weil nämlich zeitgleich die diesjährigen Bregi Days stattfinden, neuerdings heißt das allerdings "Wälder Kajak Tage". Es war zwar nicht besonders spektakulär, was uns seitens der Kayakfahrer geboten wurde, aber unser Mitwanderer - als alter Paddler - hat sich trotzdem über den Anblick gefreut!

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Irgendwann zweigt die Streckenführung dann links vom Fluss ab und es geht in die Höhe, nach Schwarzenberg. Der Weg dorthin zieht sich etwas, man quert eher langweilig durch Felder hindurch, zum Schluss gibt’s allerdings rechterhand ein paar tolle Bauerngärten zu bewundern. Außerdem finden wir einen kleines Self-Service-Bauernhof-Outlet, wo ich mich nicht zurüchhalten kann, und für 11 Euro eine Flasche selbstgebrannten Kräuterschnaps mitnehme, der - wie sich hinterher rausstellt - durchaus lecker ist.

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In Schwarzenberg machen wir Rast, unmittelbar an einer viel befahrenen Straße, was sich als nett herausstellt, weil man so in der ersten Reihe sitzt, um die zahlreich umherfahrenden Oldtimer bewundern zu können. Man könnte es im freundlichen Gastgarten noch eine Weile aushalten - alleine, wir habe noch ein Rückfahrticket für die Wälderbahn und wollen selbiges auch in Anspruch nehmen.

Also machen wir uns auf den Abstieg Richtung unseres Ausgangspunkts, zuerst auf einem Feldweg, bald danach zweigt aber ein - ausgeschilderter - Trampelpfad über schöne saftige Wiesen ab. Das Ende ist dann eher profan, irgendwann landet man auf der Straße, die von Schwarzenberg nach Bersbach hinab zieht, diese bringt uns zuverlässig aber ohne etwas Interessantes bieten zu können hinab zur Ache und über die Brücke, von der wir losgegangen sind zurück zum Bahnhof.

Wir müssen nicht lange warten um uns nach Bezau zurück schuckeln zu lassen.

Auch am nächsten Morgen vollkommen unerwartet - Sonnenschein. Gut, wir müssen heute einen Gang zurückschalten, aber bewegen wollen wir uns schon ein bisserl. Wir entsinnen uns der Location die uns bei unseren bisherigen Aufenthalten im Bregenzerwald eine temporäre Heimat geboten hat: Bizau! Es gibt dort einen flachen Talboden, einen Rundweg um selbigen, ein Moos und einen Barfußweg. Widerstände ("Ich will aber heute nicht schon wieder wandern") sind schnell beseitigt ("Dann gibt's kein Mittagessen"), außerdem findet die Ankündigung, dass der Weg keinerlei Steigungen beinhaltet allgemeinen Anklang (die Erinnerung hat den Verfasser dieser Zeilen hier getrügt, eine Viertelstunde geht's steil nach oben, aber da sind wir ja schon unterwegs).

Blick über den Bizauer Talboden

So trägt man im Anschluss an das Frühstück oben Sonnen- und unten Zeckenschutz auf (der Verfasser steht dem Barfußwandern selbst grundsätzlich kritisch gegenüber, riskiert man doch Begegnungen mit dem was landläufig als "Natur" bezeichnet wird, wobei es sich der Erfahrung nach um einen durch und durch menschenfeindlichen Lebensraum handelt).

Dann fährt man mit dem Auto los, um sich 10 Minuten später bereits am Parkplatz bei der Kirche und dem Hotel Schwanen in Bizau wiederzufinden (wo wir sicher in Bälde auch wieder ein paar Tage verbringen werden).

Knöterich

Die Entscheidung fällt, die Richtung so zu wählen, dass der Barfußweg am Ende des Spaziergangs steht, möglicherweise vor dem Hintergrund, dass etwaige Befürchtungen hinsichtlich des Ausziehens der Schuhe im bereits erschöpften Zustand leichter wegzudiskutieren sind (ich selbst war bei der Meinungsfindung nicht beteiligt, es wurde an höherer Stelle entschieden). Also gehen wir zuerst am Bizauer Bach entlang nach Reuthe, nicht ohne unterwegs einem ahnungslosen Esel mit einem Büschel hinterhergeschleuderten Löwenzahn einen gehörigen Schrecken einzujagen. Selbiger offenbart eine zutiefst menschliche Eigenschaft, als ihm, erschrocken zur Seite springend, eine gehörige Flatulenz entweicht (kann sein, das interessiert jetzt nicht jeden Leser gleichermaßen, aber ich bemühe mich um Sachlichkeit und Vollständigkeit bei der Darstellung der Geschehnisse).

Hier ist unsere Wegstrecke:


Brüder, zur Sonne

Nach Reuthe beginnt dann besagter Anstieg ("noch zwei Minuten hoch, dann ist's bestimmt vorbei, ich kann mich genau an die Stelle erinnern"), aber bald geht's dann tatsächlich gerade dahin und wir verlieren die dem Berg mühsam abgerungene Höhe wieder. Noch ein paar Schritte entlang des Waldrands, dann kommt der Bach und ein Hinweisschild und ein Bankerl und auch die skeptischen unter uns entledigen sich ihrer Schuhe. Man merkt schnell, es ist Frühjahr, der Winter noch nicht lange her und die Füße haben zuletzt vor 10 Monaten das Licht der Welt geblickt. Ich meine - man sieht es nur, nicht dass hier falsche Vorstellungen aufkommen!

Es geht auch ohne Schuhe

Die Erfinder des Barfußwegs haben sich einiges einfallen lassen, damit die nackten Füße der Begeher auch tatsächlich etwas erleben. Mehrfach geht es durch das Bachbett und man muss sagen - das Wasser ist echt saukalt! Da freut sich die große Zehe, wenn sie kurz danach ins Matschloch getunkt wird - mitsamt den vier Kollegen - denn da ist es schön warm und baazig. Zum Abschluss versucht man, die braune Kruste wieder vom Fuß ab zu bekommen, was nur teilweise gelingt. Wir werden den Weg nächstes Jahr noch einmal machen und dabei darauf achten, ob sich noch Spuren der Vergangenheit finden!

Knabenkraut

Zum Abschluss gibt's noch eine schöne Blumenwiese mit durchaus seltener Flora (als wir weitergehen ruft hinter uns ein fremder Barfüßler "Guck mal, da ist ein Fieberklee", was dem Wissenden ein müdes Grinsen entlockt). Es geht zurück nach Bizau (was im übrigen ein traumhafter Flecken mit tollem Ambiente ist) und von dort zum Berghaus Kanisfluh, wo das verdiente Mittagessen auf uns wartet! Das Wetter hat nicht nur gehalten, sondern es ist im Tagesverlauf sogar immer besser geworden, und so löffelt man zufrieden sein Knödelcarpaccio und das anschließende Bananensplit in sich hinein und genießt bei einem Weißbier den Ausblick von der Terrasse auf die Kanisfluh, die man am Vortag von der anderen Seite erleben durfte.

Ein Kurzurlaub über Christi Himmelfahrt führt uns dieses Jahr in den Bregenzerwald, wo wir uns mit Freunden vom Hochrhein sozusagen in der Mitte treffen.Wir übernachten im "Naze's Hus", dem einzigen unter Denkmalschutz stehenden Haus in Mellau. Urgemütlich, viel Holz, liebevoll gepflegt, nette Gastgeber.

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Am Abend besprechen wir das Programm für die Folgetage. Auch wenn es kein sportlicher Urlaub werden soll, steht doch das Draußensein im Mittelpunkt unserer Planung. Bei dem einen oder anderen Bier werden die verschieden Vorschläge gegeneinander abgewogen und wir kommen zum Ergebnis, dass wir eigentlich jeden Tag drei Wanderungen machen müssen, um alles unter einen Hut zu bringen.

Na dann schauen wir mal!

Der Wetterbericht klingt etwas durchwachsen (zuhause ist es schon seit Tagen nicht besonders stabil und starker Regen ist angekündigt), nur für den Feiertag ist durchgehend gutes Wetter angekündigt, also müssen wir das ausnutzen.

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Am nächsten Morgen lacht die Sonne in den Frühstücksraum hinein. Es gibt also keine Entschuldigung, es muss gewandert werden!

Wir starten an der Bergstation der Seilbahn von Mellau ("Roßstelle"). Der Weg soll uns hinter der Kanisfluh vorbei nach Au führen, von wo aus es mit dem Bus wieder zurück geht. Das Wissen um diese Planung ist in unserem kleinen Grüpplein allerdings nicht gleichermaßen verteilt, im wesentlichen eigentlich nur bei mir!

Hier der Link zur Strecke, allerdings mit Seilbahnfahrt.


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Nicht zum ersten Mal hat uns im Bregenzerwald die Vielfalt der alpinen Flora beeindruckt. Ganze Wiesen voller Sumpfdotterblumen, Soldanellen, Primeln und Enzianen säumen zu Beginn den Weg, später sieht man Knabenkräuter und Waldvögelein. Beim Abstieg der übliche Almenbewuchs, Habichtskräuter, Klappertopf und immer wieder Nelkenbüschel. Am Abend der Wanderung kann der eine oder andere durchaus von sich behaupten, zukünftig einen Enzian von einem Ehrenpreis unterscheiden zu können...

Ungefähr auf der Mitte der Strecke kehren wir ein, von machen durchaus als verdient empfunden. Erstaunlicherweise ist kaum etwas los im Alpengasthof Edelweiß, es ist halt noch Vorsaison, auf den Wegen liegt mitunter noch Schnee und auch das Wetter wirkt etwas instabil.

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Der Abstieg hat's dann zwar noch in sich, dafür scheint aber die Sonne, so dass wir noch eine gemütliche Pause auf dem Bankerl oberhalb des Ahornenvorsäß machen können. Dort unten ist reger Betrieb, die einen sind bei der ersten Mahd, die anderen richten ihre Hütten für die Sommersaison her. Nur wenige andere Wanderer sind unterwegs, die meisten gehen wahrscheinlich vom Berggasthof Edelweiß zurück zur Roßstelle, um wieder mit der Seilbahn nach unten fahren zu können.

Danach wird der Abstieg steiler, bis wir auf den Wiesen des Talboden von Au ankommen. Noch ein paar Schritte über die Bregenzer Ache, dann sind wir an der Bushaltestelle und es geht zurück nach Mellau. Dort lassen wir es uns in der Sauna noch gutgehen, die Fotos davon - wie üblich - im nächsten Post!

Das Wandern im Flachen bietet den Vorteil der größeren Muße und der einfacheren Möglichkeit, Bilder zu machen. Die Landschaft ist in der Regel unspektakulärer als im Gebirg, dafür gibt's Kunst am Weg, die beim Bergwandern gerne übersehen wird.

Eingedenk einer am Wochenende zuvor plötzlich aufgetretenen Faszien- oder Sehnenreizung im Fußgewölbe wollte ich nicht riskieren, plötzlich mitten in der Botanik auf einen Abtransport angewiesen zu sein, deshalb wurde entschieden, wir machen eine Wanderung. Wohin, die Mutter will auch mal wieder besucht werden, gehen wir vielleicht in den Münchner Westen. Die Wanderung entlang des Ammersee-Höhenwegs nach Utting und am Ufer entlang wieder zurück kennen wir zwar, waren aber auch schon lange nicht mehr dort. In der aktuellen Jahreszeit ist sogar der Uferweg nicht arg überlaufen; so riskiert man nicht, von wild gewordenen Radlerhorden über den Haufen gefahren zu werden.


Insgesamt handelt es sich dabei im übrigen auch um eine Strecke von etwa 18 Kilometern, man ist also eine Weile unterwegs und muss nicht überlegen, wie man die restliche Zeit des Tages verbringt.

Los geht's in Eching am Ammersee, man geht ein kurzes Stück durch das Badegelände wo sich eigentlich immer das eine oder andere Bildmotiv findet.

Man verlässt danach bald die Uferstraße und hält sich in der Hauptsache westwärts, quert die Bundesstraße und die Bahnlinie, bis man einen Höhenrücken erreicht, der einen nach Oberschondorf bringt. Als Orientierungspunkt dient das St. Anna Kircherl, dessen Turm man bald vor Augen hat. Die Kirche ist immer einen Besuch wert, heute hatte sie allerdings zu. Dafür diesmal eingehender die Grabsteine vorm Kircheneingang betrachtet: wer hier liegt, der liegt in der Regel schon lange. Aber einige Gräber waren auch fast noch ganz neu.

Es geht danach in unspektakulärem Auf- und Ab immer Richtung Südwest. Unsere Hoffnung auf ein Brotzeitplätzchen hat sich nicht gleich erfüllt, da es in den Tagen zuvor geschneit hatte, jetzt Tauwetter eingesetzt hatte und irgendjemand auf die Idee gekommen war, alle in Frage kommenden Bänke unter irgendwelchen Bäume zu platzieren, so dass der heruntertauende Schnee vor seinem endgültigen Untergang noch ein Gnadenbrot auf der Sitzfläche fristen darf.

Hier allerdings war die Aussicht dann zu schön um vorbeizugehen und außerdem war der Schnee eingedenk der Sonnenstrahlen auch schon von der Bank verschwunden.

Danach verlässt man langsam den Höhenzug oberhalb des Ammersees und wandert nach Utting runter. Das Seeufer erreicht, ist die Orientierung einfach. Hinter Schondorf wartet auf diejenigen, die den Weg schon einige Male gegangen sind noch eine Überraschung: Der Ammersee-Skulpturenweg. Entlang des Wegs haben örtliche Künstler teilweise sehr originelle Objekte installiert, z. B. überdimensionale Wäscheklammern...

... fliegende Schiffe aus Ästen ...

... oder aus dem selben Material gefertigte Wölfe. Interessant auch der - nicht fotografierte - Spiegel in einer Vertiefung eines Baumstamms. Beim Blick hinein denkt man zuerst, es wäre ein Loch im Baum. Hier sind noch ein paar weitere Bilder.

Der Weg endet in Eching, wo man nochmal das Badegelände querend den Parkplatz erreicht. Schön war's, die Faszien haben gehalten, demnächst geht's dann wieder auf einen Berg!

Da's im Urlaub so geflutscht ist, haben wir uns gedacht, da gehen wir auch zuhause mal wieder mit den Schneeschuhen los. Ein Ziel das wir im ersten Anlauf vor vielen Jahren nicht geschafft hatten, ist das Trainsjoch oberhalb des Ursprungpasses.

Beim Aufbruch vom Parkplatz hat mich irgendwie gewundert, dass es komplett anders ausgesehen hat, als ersten Versuch. Im Lauf des Tages hat sich dann allerdings herausgestellt, dass wir damals offenbar nicht nur nicht auf das Trainsjoch gekommen sind, sondern auch einen komplett falschen Berg ins Visier genommen hatten. So oder so hätten wir nicht denselben Berg bestiegen wie heute geplant.

Egal: Kurz nach dem Abmarsch verlassen wir die Forststraße, weil links ein kleinerer Weg abzweigt, der mit "Mariandlalm" bezeichnet ist und ganz nett aussieht. Nebenbei entgehen wir so dem Dauergeplapper zweier gleichzeitig mit uns losgegangener Wanderkolleginnen und auch das Hüttentaxi kommt uns nicht in die Quere.

Die Schattenseite (aber nur theoretisch) ist, dass wir in diesem Moment den Winterweg auf das Trainsjoch verlassen haben, was wir aber (a) zu diesem Zeitpunkt nicht merken und (b) sich später noch als ganz angenehm herausstellt, weil wir auf diese Weise zum Sommerweg gelangen, der erheblich einsamer ist und auf jeden Fall nett zu gehen. Man soll aber nicht verschweigen, dass wir auch Glück haben, denn es liegt nicht allzuviel Schnee, dieser ist griffig, wir haben einen 1er und es ist auch nicht zu warm. Bei schlechteren Verhältnissen ist die Variante über den Sommerweg sicher nicht zu empfehlen.

Allerdings muss man auf diesem Weg - man sieht's in der nachfolgenden Karte - einige Gräben ausgehen, was dazu führt, dass einem der Weg länger vorkommt, als er lt. Führer sein sollte.


Auf dem Joch wird kurz angehalten, es geht ein frischer Wind, man trinkt einen Schluck und zieht sich ein bisserl wärmer an.

Der Gipfelanstieg ist durchaus steil und mit Schneeschuhen gibt's zumindest eine Stelle, ca. 50 Meter unter dem Gipfel, wo man besser nicht ins Rutschen kommen sollte, weil man sonst einen flotten Abgang 200 Meter durch den Osthang machen kann. Es ist aber auch nicht so steil, dass man ersthaft Angst bekommen müsste, so stehen wir schließlich entspannt auf dem Gipfel und genießen das Panorama, welches wirklich sehenswert ist.

Da zumindest im ganzen östlichen Sektor in der Nachbarschaft keine höheren Berge stehen, hat man einen tollen Blick auf den Kaiser und den ganzen Hauptalpenkamm zwischen Großvenediger und Tuxer Alpen.

Der Abstieg folgt dem Aufstiegsweg, da wir selber eine Brotzeit dabei haben, sparen wir uns auch die Einkehr auf der Mariandlalm, die im Winter wohl hauptsächlich von Rodlern frequentiert wird. Da wir aber beim Abstieg kein lauschiges Platzerl mehr finden, wo wir unsere Brotzeit zu uns nehmen könnten, wird selbige kurzerhand ins Auto verlagert und auf die Heimfahrt vertagt.

Auf jeden Fall eine schöne und empfehlenswerte Tour!

Der erste Urlaubstag und schließlich sind wir ja nicht zum Spaß hier. Insbesondere ich habe eine Mission zu erfüllen, eine Wanderung die ich 1981 mit meiner Mutter gegangen bin will nachgewandert werden. Für sie war das damals ein tolles Erlebnis, eine 900-Meter-Tour ein Dreivierteljahr nach dem Einbau der ersten Hüftprothese. Ich hab auch noch im lockeren Plauderton angekündigt, dass wir da hoch gehen werden, jetzt hab ich den Dreck im Schachterl. Wir müssen auf den Golfen.

Nicht dass das jetzt besonders schlimm wäre, wir haben - im Gegensatz zu damals - auch ein Auto zur Verfügung (um genau zu sein: 2) - was sich als vorteilhaft erweist, denn ein damals noch vorhandener Sessellift hat sich offenbar im Laufe der letzten 35 Jahre als unrentabel herausgestellt, oder der TÜV hat ihn zu gemacht, falls es sowas in Italien gibt. Man fährt also nach Frondeign, das ist eine Fraktion (so sagt man hier) von Toblach. Die Anfahrt ist trotz schmaler Bergstraßen unproblematisch denn - hatte ich's schon erwähnt? - es gibt keinen Schnee. Ok, etwas übertrieben, es gab dann schon noch etwas Schnee, aber tatsächlich erst weiter oberhalb

Dort wo wir losgegangen sind, hat's in etwa so ausgeschaut.

Die Schneeschuhe haben wir gleich im Auto gelassen, das ganze LVS-Gerödel dito. Nach und nach hat sich dann aber die Sicht geweitet, ein wenig Schnee gezeigt und langsam hat's auch begonnen, Freude zu machen.

Die Hälfte des Aufstieg ist rum, man hält am Bankerl, isst eine Kleinigkeit und erfreut sich der Aussicht auf die nahegelegenen Sextner Dolomiten (sofern man nicht gerade die Schuhbandl kunstvoll neu knüpft).

Kurz danach ist dann der Gipfelrücken des Golfen in unser Sichtfeld gerückt. Das wenige an Schnee dort, hat immerhin gereicht, die besonders Entwöhnten von uns in die Südflanke zu drücken, wo es zwar schneefrei und warm war, dafür aber das grobstufige Geläuf ein flottes Vorankommen doch erheblich behindert hat. Einzig unsere schlaue Freundin hat sich nicht vom geraden Wege abbringen lassen und ist tapfer durch den schuhsohlenhohen Schnee gestapft, was ihr prompt einen viertelstündigen Zeitvorsprung am Gipfel beschert hat.

Am Gipfel Anruf bei der Wandergefährtin von einst, Brotzeit, Gipfelschau, bald aber auch wieder Aufbruch. Beim Abstieg hat man die Dolomiten eigentlich ständig vor Augen und irgendwie kommt man dann doch zum Ergebnis, dass das alles noch ganz schön werden kann.

Allerdings ist dem Verfasser dieser Zeilen ein epischer Fehler unterlaufen, als er - unbedacht - auf die Frage der Freundin nach dem damaligen Alter der Mutter antwortete - schon älter. Kurzer Vergleich von Geburtsdatum und Jahreszahl des Geschehens brachte ans Tag, dass die Freudin sich desselben Attributs erfreuen dürfte, sogar noch älter.

Der Verfasser der Zeilen verbrachte die restlichen Nächte des Urlaubs auf dem Balkon.

Zurück im Hotel war dann noch Sauna angesagt und Abendessen. Vom Abendessen hab ich keine Bilder, die aus der Sauna gibt's mit dem nächsten Post!

Hier noch unsere Strecke:


Es gibt noch ein paar mehr Bilder, diese finden sich hier.

Schneeregen bei der Abfahrt in München. Am Irschenberg möchte man nicht mit der Beifahrerin tauschen, die sich breitschlagen lässt, die Vignette an der Tankstelle zu kaufen und deshalb das Auto verlassen muss.

Bei der Auffahrt zum Brenner kommt man an einem Skigebiet vorbei. Ein einzelner Hang, beschneit, zwei Skifahrer, ringsum alles braun.

Hoffnung - In Südtirol liegt bestimmt Schnee!

Am Roßkopf fährt man unter den Gondelbahnen durch. Skifahrer sitzen in den Aufwärts fahrenden Gondeln. Später sicher auch in den abwärtigen, denn auf Skiern kommt da keiner runter.

Pustertal: kein Schnee weit und breit. Dafür trüb, braun und grau wohin man auch schaut. Da vorne, die Trachtenwelt vom Oberrauch. Hier könnten wir ja mal vorbeischauen wenn uns langweilig ist. Es ist Sonntag.

Ankunft in Prags. Das Hotel taucht seine Füße in Schneematsch. Immerhin, kein Regen. Checken wir erst mal ein, packen wir erst mal aus, trinken wir erstmal ein Bier an der Bar, schauen wir erst mal, was die Küche zu bieten hat. Zimmer ist ok, es gibt eine Sauna, wird schon nicht so schlimm werden.

Die Woche neigt sich dem Ende entgegen, heute müssen wir packen und nach hause fahren. Schade!

Beim Frühstück kündigt sich bereits ein traumhafter Wintertag an, das macht den Abschied nicht leichter. Immerhin haben wir beschlossen, diesen Tag noch für eine kleine Tour zu nutzen, es soll wenigstens dieses eine Mal in die Dolomiten gehen, von der Plätzwiese auf die Strudelköpfe (es heißt "die Strudelköpfe", merkwürdig, wir waren jedenfalls nur auf einer einzigen Kuppe).

Die Straße dorthin geht praktischerweise gleich am Hotel vorbei, so dass wir nach unserer Packerei zumindest nicht lange fahren müssen.

Kurz nach dem Parkplatz öffnet sich ein tolles Panorama, rechts die Hohe Gaisl hat man sowieso schon im Blick, links davon sieht man dann irgendwann die Tofanen, geradeaus nähert man sich immer mehr dem Cristallo an, nur die Drei Zinnen sieht man dann praktisch erst vom Gipfel aus.

Wir lassen uns Zeit beim Aufstieg (selbstverständlich mit Schneeschuhen, wie denn sonst???), um das eine oder andere Bild zu machen und im übrigen einfach die Aussicht, die Sonne und den tollen Neuschnee zu genießen.

Nach der Umrundung eines Rückens (man sieht's gut auf der Karte) beginnt dann ein kühles Lüftlein zu pfeifen, das bis zum Gipfel nicht weggehen will, aber insgesamt wird's auch dadurch nicht richtig kalt.


Am Gipfel stellt sich der nahe Ausgangspunkt der Anfahrt als vorteilhaft dar. Wir sind noch relativ alleine und können in Ruhe die Gipfelschau mit Hilfe des dort angebrachten Edelstahl-Rundpanoramas genießen.

Beim Abstieg noch ein kurzes Päuslein an der Ruine einer ehemaligen österreichischen Artilleriestellung, dann der genussvolle Abstieg zurück zur Dürrensteinhütte. Wir stärken uns dort in Form einer schönen Portion Hirtenmakkaroni für die Heimfahrt, danach Abschied und Aufbruch nach Hause. Mit dem festen Vorsatz noch einmal zum Schneeschuhgehen in die Dolomiten zu fahren.

Unterwegs halten wir glatt noch beim Oberrauch in Vintl an, um festzustellen, dass die Sachen, die uns gefallen zu teuer sind für einen spontanen Kauf und dass der Tag auch ohne Shopping-Beute ein toller war!

Das schöne Wetter hat natürlich dazu verleitet, noch einige weitere Bilder zu machen, diese können hier betrachtet werden.

Der vergangene Tag hatte etwa 30 cm Neuschnee gebracht, draußen scheint die Sonne, beim Frühstück macht sich eine gewisse Erwartungshaltung bemerkbar. Wir haben uns für heute die Tour auf den Lutterkopf und Durakopf vorgenommen, laut Führer bietet die "so ziemlich alles (...) was man sich nur wünschen kann".

Na dann wollen wir mal sehen!

Was die Tour lt. den Mitwanderern - die sie schon kennen - vor allem auch bietet: einen längeren Abstieg auf einem Schlittenweg, der von den beiden unisono als langweilig beschrieben wird. Deshalb wollen sie sich das sparen und wählen einen anderen Ausgangspunkt. Wir aber beschließen der originalen Wegbeschreibung zu folgen, warum, man will ja schließlich mitreden können, außerdem glaub ich Fremden ohnehin kein Wort.

Also lautet die Devise für den Tag: getrennt marschieren, gemeinsam essen!

Das hier ist unser Track. Der von den - nun ja - "Mitwanderern" wäre, falls hier dargestellt, vermutlich wild gezackt, Suche hier und Suche da nach dem richtigen Pfad durch den Wald, wo geht's hoch auf den Grat, oh, da offenbar nicht, hör mir auf!


Der Schnee hatte dem Geläuf auf unserer Strecke jedenfalls recht gut getan, der erste Teil des Anstiegs verläuft fast durchgehend im Wald, es gab zwar immer noch Wurzel- und Steinkontakt, jedoch konnte man vom Parkplatz weg mit Schneeschuhen gehen, also kein Vergleich zu den ersten beiden Tagen.

Unterwegs wurde eine größere Gruppe Engländer überholt, die einen etwas verlorenen Eindruck vermittelten, vermutlich zu viel Schnee und zu wenig Regen und zum Frühstück vermissen sie Porridge, Bangers, Beans and Mash.

Oberhalb der Baumgrenze ist dann auch gleich der erste Gipfel erreicht, ein hübscher Aussichtsfleck. Vereinzelte Bäume erzeugten zusammen mit dem frisch geschneiten Schnee und dem blauen Himmel durchaus das Gefühl einen Glückstag erwischt zu haben.

Danach geht's dann nochmal etwas in den Wald hinein, wir queren die Südwestflanke (einfach oben drüber wär auch möglich gewesen) und erreichen dann den Sattel unterhalb des Durakopfs. Hier hätte ich Spuren unserer Miturlauber erwartet, hatten sie doch angekündigt von dieser Seite den Gipfel besteigen zu wollen, aber nix war's, jungfräulicher Schnee, keine Spuren von rechts.

Am Gipfelrücken hat's zunehmend zu wehen begonnen, ein richtig kalter Nordwestwind, auf dass man nicht vergesse dass Winter ist und man sich im Gebirge befindet. Der Wandersmann (und auch die Frau) ist aber hart, die Jacke wird bis obenhin geschlossen, die Mütze tief ins Gesicht gezogen und das linke Ohr wird dann später in der Sauna schon wieder auftauen. Am Gipfel ist es dann komischerweise wieder eher mollig, man bleibt kurz oben und macht sich dann daran, auf der Gegenseite abzusteigen. Gerade als wir am schönsten Lästern sind über die Weicheier, die es wohl nicht mal geschafft haben, den Grat zu erreichen, hören wir vertraute Stimmen, unten ist eine kleine Almhütte, dort sitzt man und macht Brotzeit. Wir gesellen uns dazu, nachdem wir schnell und unauffällig das Thema gewechselt haben.

Wenn wir also schon nicht gemeinsam den Gipfel bestiegen haben, dann hat's wenigstens für eine gemeinsame Mahlzeit gereicht. Etwas später haben wir uns dann an den Abstieg gemacht, ein Stück gemeinsamen Wegs steht bevor. Das dauert allerdings nur etwa 15 Minuten, dann kommt man an der Taistner Alm vorbei und es gibt Weißbier und Speckröster. Insgesamt haben wir also mehr gegessen als gewandert, aber deshalb fährt man ja auch extra nach Südtirol.

Als wir uns dann an den finalen Abstieg machen, kommen auch unsere Engländer vom Vormittag von wer-weiß-woher auf der Alm an, hinterlassen aber auch dort einen etwas bedienten Eindruck.

Wir steigen ab, die Rodelbahn ist nicht so schlimm, vom Parkplatz geht es wieder in unser Hotel, wo wir die Freunde in der Sauna treffen. Dort hab ich an diesem Tag keine Bilder gemacht, muss ja erst noch die vom ersten Tag veröffentlichen! Hier finden sich dafür noch ein paar weitere Bilder dieser Tour.

Der Seikofel ist ein unspektakulärer Gumpf, der sich oberhalb des Kreuzbergpass bei Sexten auf der Seite der Karnischen Alpen befindet. Seine vornehmste Eigenschaft besteht sicher in seiner Lage, die es dem Wanderer erlaubt, Besuche auf der Nemesalphütte und/oder der Malga Coltrondo als Abstecher auf dem Weg zu verkaufen, obwohl es in Wirklichkeit genau andersrum ist.

Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass der von einem Kreuz geschmückte kleine Gipfel eine hübsche Aussicht irgendwohin bietet, alleine, an diesem Tag war es nicht so, denn es war dicht bewölkt, nahezu verhangen und im Laufe des Tages hat immer stärker werdender Schneefall einsetzt.

Deshalb wollen wir auch nicht ungerecht sein, die Tour war von Beginn an in Hinblick auf den Wetterbericht gewählt und - what you see is what you get - es war sicher keine schlechte Wahl für diesen Tag.

 Wir gehen diesmal nur zu dritt los, erste Ausfälle sind zu verzeichnen, man geht lieber zum Langlaufen und hinterher ins Museumscafé nach Bruneck. Wir unerschrockenen Wanderer hingegen ziehen heute - hört, hört - gleich am Parkplatz am Kreuzbergpass die Schneeschuhe an, wild entschlossen, Himmel und Hölle, Tod und Teufel, heute muss es sein! 

 Der lt. Führer gewählte Aufstieg ist durchaus etwas verwinkelt, besonders im dichten Nebel ist man über die auf dem GPS hinterlegte Route nicht unfroh. Wir treffen durchaus wenige Menschen bis zum Gipfel, nach dem Parkplatz eigentlich gar keine und unsere größte Sorge gilt der Frage, ob die Nemesalphütte vielleicht gar nicht auf hat.


Dort angekommen stehen wir vor der Situation, mit Müh und Not noch einen Platz ergattern zu können. Eine Horde Wanderer! Ohne Schneeschuhe! Mit Langlaufstöcken! haben offensichtlich, bar jeglichen Funkens Anstand im Leib, gleich den direkten Weg vom Pass zur Hütte genommen.

Wir genießen die Suppe und das Bier, dann ziehen wir weiter. In meinem kleinen Grüpplein verspüre ich eine gewisse Abneigung, noch die Schleife nach Italien zur Malga Controndo zu machen, aber als der Wirt uns fragt - und macht's noch die Runde? - da rufen wir natürlich wie aus einem Munde - jaa! - ,da ruft der Wirt zurück - super! - und bei uns gibt's kein Halten mehr.

 Ich schärfe meinen Mitwanderinnen noch ein - obacht, wir kommen jetzt nach Italien, da heißt es - uno cappuccino per favore - und nicht - stelle uns einen Kaffee her, du italienischer Schwammerlausrupfer - aber tatsächlich haben wir uns eingedenk des noch anstehenden abendlichen Menüs dafür entschieden, dort nicht einzukehren. Die Alm macht im vorbeiwandern aber einen netten Eindruck, Kühe und Kälber dürfen durch eine Tür vom Stall ins Freie und reiben sich lustvoll den Hintern an der angebrachten Kuhwaschanlage.

Beim Abstieg fängt's dann immer stärker an zu schneien und zu wehen, unten am Parkplatz finden wir das Auto unter einem Schneehaufen und die Rückfahrt gestaltet sich unerwartet lang, ob einer Durchschnittsgeschwindigkeit von vielleicht 30 km/h und mehrere kurzen Staus, wegen anderer Verkehrsteilnehmer, die den kurzen Weg in den Straßengraben gewählt haben.

Ein schöner Tag, die Sauna ist sich auch noch ausgegangen und das Abendessen war - wie jeden Tag - wunderbar!

Ok, das Kalksteinjöchl hat mich nicht gesehen. Das trifft aber andersrum auch zu, insofern sind wir uns nichts schuldig geblieben. Nicht dass es nicht gegangen wäre - auf dem Track sieht man meine Endposition in Bezug zum Ziel (das auf der lila Linie gewesen wäre).


Es hat mich nur nicht mehr großartig interessiert, der Schnee ist immer weicher geworden und ich hatte keine Lust, auf dem Rückweg ständig einzubrechen. Schneeschuhe hatten wir nämlich wieder keine dabei.

Letztlich war ich an diesem Tag nicht so richtig motiviert.

Das Kalksteinjöchl ist ein Sattel im Gratverlauf zwischen dem südtirolerischen Gsieser Tal und dem osttirolerischen Villgratental. Um dort hin zu kommen muss man 10 km ins hintere Gsieser Tal fahren und bei einer - durch mangelnden Schnee und trübem Wetter - bereits angeschlagenen Gemütslage gewinnt die Landschaft Kilometer um Kilometer an Trostlosigkeit.

Höfe die im Geviert von gefrorenem Schneematsch umgeben sind, leere Parkplätze, alles braun, ein angekarrter Scheeberg umringt von ein paar Schneekanonen, die für den anstehenden Langlaufmarathon retten sollen, war noch zu retten ist (die Gsieser haben damit Erfahrung, auch im letzten Jahr wurde ausschließlich auf Kunstschnee gelaufen).

Die Parkplatzsuche: wo stell ich mein Auto hin, dass es möglichst wenig im Baaz steht.

Bei Losgehen haben mir die Wandergefährten meine Lustlosigkeit sicher bemerkt - ich nehm keine Schneeschuhe mit, ist mir doch wurscht, wenn wir nach einer Stunde dann doch wieder umkehren müssen, dann kehren wir eben um!

Dazu ist es dann doch nicht gekommen, im Gegenteil, es hat sich unterwegs sogar ein gewisser Disput entsponnen, ob es nicht vielleicht doch schlauer gewesen wäre, die Schneetreter einzupacken. Man will natürlich nicht gerne klein beigeben, aber der Grund meiner Umkehr kurz unter dem Joch hat meine Argumention nicht gerade befeuert.

Der Sinn unserer Wanderung hat sich dann letztendlich beim dreigängigen Abendessen erschlossen. Und es stellt sich ja dann doch immer eine gewisse Zufriedenheit ein, wenn man längere Zeit an der frischen Luft war und dabei auch noch ein paar Schweißtropfen vergossen hat. Zusammen mit den - wenigen - Bildern des Tages, war's dann doch noch eine ganz lohnende Unternehmung!

Abends wurde gespielt und gewonnen.

Ach ja, die Bilder aus der Sauna - leider kein Platz mehr hier. Aber im nächsten Beitrag bestimmt!

Etwa ein Monat ist nun seit unserem Urlaub vergangen, ein paar Erinnerungen sind sicher schon weg, einige andere verblasst und manches ist noch ganz deutlich vorhanden.

Was ist mein Fazit unseres Urlaubs?

Um es kurz zu machen: es war mir zu lang und zu heiß.

Das ist keine Kritik am Veranstalter, denn ersteres entsprach der Reisebeschreibung und zweiteres war schlichtweg höhere Gewalt. Ich sollte mir nur für's nächste Mal einprägen, dass mir für einen gelungenen Urlaub ein paar Eigenschaften nicht ganz unwichtig sind.

Note to self:

  1. Es sollte täglich ausreichend Zeit für das "Bier danach", ggf. eine kurze Ortsbesichtigung oder einen Schwumm, Ausrüstungs- und Körperpflege zur Verfügung stehen.
  2. Auch unterwegs finde ich es angenehm, wenn man an den schönen Stellen nicht vorbei gehen muss, sondern Zeit bleibt, zu Fotografieren oder sich kurz in die Fluten zu stürzen.
  3. Dagegen habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn bereits früh am Morgen Abmarsch ist. Lange Anfahrten zu den Ausgangspunkten und Ortsbesichtigungen vor dem eigentlichen Abmarsch finde ich eher kontraproduktiv.
  4. 20 Kilometer am Tag zusammen mit 1000 Höhenmetern sind etwa meine Grenze. Unabhängig von der damit einhergehenden benötigten Zeit, leidet bei mir auch unterwegs der Spaß an der Freud.
Es hat mir aber auch vieles gut gefallen, die Wanderung über den Puig Tomir am letzten Tag war mein persönliches Highlight. Interessanterweise kommt in der Reihenfolge danach gleich mein Solo-Tag im Kloster Lluc. Das war der einzige Tag, an dem ich eine Reihe gelungener Aufnahmen machen konnte und möglicherweise ist mir das für eine positive Erinnerung doch ziemlich wichtig. Und unsere Wandergruppe habe ich - wie bereits einmal erwähnt - als recht nett in Erinnerung und ich mochte auch unsere Führerin Aina sehr, obwohl sie mitunter etwas recht preußisches an sich hat...

Der letzte Tag, die letzte Wanderung. Diesmal geht es vom Kloster Lluc über den Puig Tomir nach Pollença. Auch heute wieder eine lange Strecke aber ohne allzuviele Höhenmeter. Hier der GPS-Log:


Man sieht: nach einem Viertel der Strecke steht man auf dem Gipfel, der Rest ist Abstieg. Am Gipfel empfängt uns ein rauer Wind, die Vegetarier unter uns haben ganz schön damit zu kämpfen, nicht hinuntergeblasen zu werden.

Bei Sturm auf dem Puig Tomir

Aber auch manch gestandenes Mannsbild ist froh, als wir an ein Mäuerchen hingekuschelt etwas Schutz vor dem Wind finden.

Pause im Windschatten

Die Brotzeit gibt's etwas später und auf wundersame Weise ändert sich das Wetter zeitgleich hin zu strahlendem Sonnenschein. Der Rest des Wegs ist ein Spaziergang unterhalb eines Höhenrückens mit Blick auf Formentor. Schade dass es aktuell keinen Wanderweg zwischen Pollença und Port de Pollença gibt, sonst ließe sich die Tour noch um einen Tag verlängern.

Am Ende der Wanderung besteigen wir den Zweiten Gipfel des Tages, den Kalvarienberg von Pollença.

Auf dem Kalvarienberg in Pollenca

Danach noch ein kühles Bier in der Altstadt, danach werden wir per Taxi abgeholt und wieder zurück in die Berge nach Lluc gefahren. Abendessen, packen und auch schon etwas Abschied nehmen.

Hier noch die restlichen Fotos des Tages.

Klosterkirche in Lluc

Wie man bereits an der Überschrift erkennen kann: der Autor hat sich an diesem Tag eine Auszeit genommen. Im Laufe des Vortags hatte ich beschlossen, dass mir das gut tun würde. Im Nachhinein betrachtet war's natürlich Blödsinn. Warum, der Tag war insgesamt angenehm, viel weniger heiß wie am Vortag und die Strecke war im Prinzip moderat.

Diejenigen unter uns, die am Vortag ausgesetzt hatten, eine kleine Besichtigung von Sóller samt Hafen gemacht hatten und sich dann gemütlich nach Lluc hoch haben schaukeln lassen, haben das viel geschickter gelöst. Das war mir dann auch klar, aber gut, ich sitze jetzt hier in Lluc und bin trotzdem froh, einen gemütlichen Tag vor mir zu haben.

Im Botanischen Garten von Kloster Lluc

Der Vorteil an Lluc ist: man kann sich einiges anschauen, es ist eine Abwechslung zum Rest der Woche und wenn es einen dann doch noch in den Füßen juckt, ist das auch kein Problem. Für mich hat das bedeutet:

  • Besichtigung der Klosterkirche
  • Gang über den Weg der Mysterien
  • Besichtigung des Botanischen Gartens
  • Brotzeit (sehr wichtig!)
  • die "Blauets" anhören
  • und eine kleine Wanderung über das "Kamel" und einen Aussichtspunkt mit Rast auf der Son Amer Hütte.
Auf dem "Weg der Mysterien"
Hier der GPS-Log dessen was ich gemacht habe:


Viel interessanter natürlich, was meine Mitwanderer gemacht haben:


Mit Bildern dienen kann ich dementsprechend nur hinsichtlich meiner eigenen Unternehmung. Aufgefallen ist mir an diesem Tag: die Reise ist tatsächlich nicht wirklich zum Fotografieren geeignet. Nicht aufgrund des Mangels an Motiven, da ließe sich immer etwas finden. Problematisch für den Fotografen ist aber der Mangel an Zeit, sowohl unterwegs als auch nach der Ankunft im Hotel.

Am Abend war's aber schön, als meine Mitwanderer wieder da waren und wir vor dem Abendessen nochmal - diesmal gemeinsam - einen kleinen Rundgang über das Kostergelände machen konnten, samt Erläuterungen von Aina.

Wie bei den alten Ägyptern

Der vierte Wandertag brachte eindeutig den Hitzerekord der Woche. Dazu kam, dass wir aufgrund der langen Anfahrt von Estellencs nach Soller und eines kurzen Rundgangs durch die Stadt erst um kurz vor 11 losgegangen sind, da war die 40° Marke bereits geknackt.

ohne Worte... und es war erst halb 11!

Der Rest der Strecke war - zumindest was mich betrifft - ein Kampf gegen die Hitze, dementsprechend sind unterwegs nicht mehr viele Bilder entstanden. Die wenigen kann man sich hier anschauen. Die Freude des Tages kam dann nach der Ankunft am Picknickplatz an der Straße beim Cúber-Stausee: eine Quelle mit frischem kühlen Wasser!

Im Anschluss wurden wir ins Kloster Lluc gefahren und am Abend waren die Anstrengungen des Tages bereits wieder einigermaßen verdaut.

Hier noch die zurückgelegte Strecke:


Mallorca ist ja bekanntlich die Insel der Reichen und Schönen, z. B. Claudia Schiffer, Peter Maffei (ok, nur reich) und dann gab es da auch noch den Erzherzogs Ludwig Salvator von Österreich-Toskana. Der hat eine ganze Zeit auf Mallorca gewohnt und auf der Insel einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Erzherzog Ludwig Salvator„Erzherzog Ludwig Salvator 1875“ von I. Eigner - [1]. Lizenziert unter PD-alt-100 über Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Erzherzog_Ludwig_Salvator_1875.jpg#/media/File:Erzherzog_Ludwig_Salvator_1875.jpg

Die Wanderer unter uns kommen hauptsächlich mit einem Reitweg in Berührung, den er sich hat bauen lassen, interessanterweise nicht irgendwo im Tal, sondern auf einem Höhenrücken zwischen Valldemossa und Deià, und über diesen Rücken führt der erste Teil des heutigen Tages.

Nach der Anfahrt nach Valldemossa haben wir als erstes das Städtchen besichtigt und uns insbesondere über die einst hier ansässige Ortsheilige, eine gewisse Catalina Thomás informiert. Der Ludwig und die Catalina haben sich übrigens nicht gekannt, denn als der Ludwig geboren wurde war die Catalina schon gute 50 Jahre heiliggesprochen. Valldemossa ist auf jeden Fall ein sehr hübscher Ort, enge Gässchen, reichlich angebrachte Botanik an den Hauswänden und nette Keramik-Namenschilder an den Eingängen.

Im Anschluss musste aber dann gewandert werden, das heißt erstmal haben wir uns noch über die örtlichen Mönchsgeier aufklären lassen, leider nicht auf bairisch wie gehofft von Bernd dem Bayern sondern von einem Spanier am Eingangshäuschen des Wanderwegs. 

Dann ging's aber wirklich los. Hier ist die gesamte Strecke:


Wie man an der Karte unschwer erkennt: hier handelt es sich um ernsthaftes Wandern, viel Höhe, lange Strecke, nichts für Weicheier! Der Verfasser dieser Zeilen darf das schreiben, da er der einzige war, der in Deià einfach sitzen geblieben ist, der restlichen Gruppe eine schöne Weiterwanderung gewünscht hat, sich dann gleich noch ein Eis in der Herberge geholt hat und später mit dem Bus nach Sóller gefahren ist.

Der Weg nach Deià war aber ein sehr schöner, da gibt's nichts zu meckern, insbesondere der Reitweg verläuft eine ganze Zeit sehr angenehm mit tollen Ausblicken gespickt über den oben bereits erwähnten Höhenrücken. Hier gibt's die dazugehörigen Bilder.

Der Weiterweg nach Sóller muss den Bekundungen der Mitwanderer nach ebenfalls sehr schön gewesen sein, allenfalls die letzte Stunde vor Sóller hat sich wohl etwas gezogen. Der Bus von Sóller ist um 7 abends zurückgefahren und die Truppe im Bus hat dabei einen etwas erschöpften Eindruck hinterlassen. Dem Autor selbst hat sich das Geschuckel der Rückfahrt etwas auf den Magen geschlagen, zum Abendessen hat es zwar noch gereicht (es gab Paella und zwar sehr lecker), aber danach war unmittelbar Schluss und im Bett liegend schien mir die Aussicht, am nächsten Tag per Rettungshubschrauber nach Deutschland geflogen zu werden wahrscheinlicher, als diejenige, von Sóller aus auf irgendeinen Berg zu gehen.

In der Nacht kam dann auch noch so eine Art Wüstensturm auf, die Teile der Hoteldachbedeckung auf Balkone hat stürzen lassen und auch sonst einen Mordskrach verursacht hat, kurzum, der Abend war eher sosolala. 

Der zweite Wandertag begann praktischerweise direkt vor der Hoteltür in Estellencs. In eher gemütlichem Auf-und-Ab ging es zuerst nach Esporles, wo Mittagspause gemacht wurde und dann weiter nach Valldemossa.

Panoramaweg

Hier die Route...


... und da die Fotos.

Auf dem Weg nach Esporles hab ich die Hitze schon ziemlich gemerkt und war letztendlich froh, dass es dort die Möglichkeit gab, die Wanderung nach etwa der Hälfte der Gesamtstecke vorzeitig ausklingen zu lassen. Ich war dabei nicht der einzige, so dass wir noch zusammen einen Schluck "Clara" im Schatten getrunken haben und dann ein größeres Grüppchen nach Valldemossa weitergewandert ist, alldieweil ein kleinerer Trupp von 3 Leuten mit dem Bus zurückgefahren ist.

Entgangen ist uns dabei allerdings - zumindest nach Aussagen der Übriggebliebenen - der attraktivere Teil der Wanderung sowie die Bekanntschaft mit zwei völlig verwirrten Buddhisten in Mönchskutte, die unsere Aina mit ihrer Bekanntschaft zwangsbeglückt haben, zumindest bis Valldemossa dann in Sichtweite gekommen war, und sie uns zum Erreichen der vollendeten Glückseligkeit nicht mehr gebraucht haben.

Wie dem auch sei, der kleinere Trupp hatte sich in der Zwischenzeit einen gemütlichen Nachmittag gemacht (Bar, Cortado, Blanco, sowie zumindest teilweise noch mal ein Abstecher ans Meer, um zu schauen, ob es noch da ist).

Abends hat man sich dann wieder getroffen und zusammen das leckere Abendbüffet sowie den phänomenalen Blick über die Bucht auf's Meer genossen. Und als bisher vom Frühling ja nicht verwöhnter Bewohner Südbayerns muss man schon sagen, dass so ein Abend bei offener Terassentür und Sonnenuntergang zu einem gewissen mediterranen Feeling führt, man kommt sich vor als wär man ein halber Spanier und bestellt den Vino Blanco mit fachmännischen Zungenschlag!

Der erste Wandertag: Wir werden mit dem Bus von Estellencs nach es Capdellà gefahren, von dort geht es zu Fuß über die Finca Galatzo und einen kleinen Schlenker über den Gipfel der Mola de s'Esclop wieder zurück nach Estellencs.

Auf die Mola de s'Esclop

Hier die Stecke...


..und hier die dazugehörigen Bilder.

Beim Anstieg haben wir einen Haufen interessante Sachen von unserer Wanderführerin erfahren, z. B. dass man alle mallorquinischen Ziegen erschießen muss, wenn sie braun sind oder umgekehrt. Wir haben auf jeden Fall gleich die Gewehre rausgeholt, aber außer ein paar erschöpften Franzosen, die unterhalb des Gipfels nicht mehr besonders schnell waren, haben wir nichts getroffen.

Außerdem haben wir gelernt, dass man auf Mallorca zum Pinkeln in den Busch geht.

Je weiter wir hoch gekommen sind, desto angenehmer ist es geworden, weil nämlich ein frisches Lüftchen geweht hat und so die Hitze etwas gemildert hat. Wobei man im Nachhinein sagen muss, dass das auch ohne den Wind nicht so tragisch geworden wäre, zumindest verglichen mit dem, was uns dann einige Tage später noch erwartet hat.

Am Gipfel gab's Pause, Ausblick und eine Hütte, wo mal ein französischer Landvermesser gewohnt hat, bevor ihn die einheimische Bevölkerung als Spion um die Ecke bringen wollte, was aber nicht geklappt hat, weil er rechtzeitig Wind davon bekommen hat und sich aus dem Staub machen konnte (ist aber schon ein paar Jahre her...).

Der Abstieg hat sich dann noch etwas gezogen (eine Eigenschaft, die dieser Abstieg mit den meisten seiner Art teilt, nicht nur auf Mallorca sondern immer und überall), was aber zumindest das Gute hatte, dass die Vorfreude auf das Bier mit der Zeit immer ausgeprägter wurde. Und tatsächlich, nach der Ankunft in Estellencs hat man gesehen, die Wandergruppe ist eine gute, warum, weil fast alle gleich erstmal in die Bar sind und miteinander ein Bier getrunken haben.

Was mich auf Mallorca aber tatsächlich immer wieder wundert, ist die Unmöglichkeit, während einer Wanderung mal einzukehren. Gut, es gibt ein paar Unterkunftshütten des Bergsteigervereins, aber dass da mal irgendein anderer am Weg einen Kiosk aufmachen täte, das kommt nicht vor. Und wenn man dann so die Geschichten hört, dass wieder irgendein reicher Engländer eine Finca gekauft hat (mitsamt der Ländereien soweit das Auge reicht) und dem Wanderer dann als erstes verbietet, sein Gelände zu überqueren, dann weiß man auch, warum das so ist: Wegen Reichtum geschlossen! 

Die GPS-Tracks (bis auf den Anstieg von Soller zum Cuber-Stausee und die kleine Runde ums Kloster Lluc) wurden mir dankenswerterweise von Patrick Weißer zur Verfügung gestellt. Danke nochmal dafür Patrick!

Die IFrames für die eingebetteten Karten mit den Tracks darauf habe ich per GPSies erstellt. Ein toller Service, war gar nicht so einfach zu finden, da es wenige Anbieter gibt, die sowas machen und der bekannteste (nämlich Google) leider in der einfachen Form nicht die Möglichkeit bietet, eigene Tracks auf diese Weise öffentlich darzustellen.

Das Geotagging der Bilder habe ich mittels Geosetter gemacht, auch dieses Programm ist für die Nutzung kostenlos, ich verwende es schon lange und kann es nur weiterempfehlen!

Der Blog selbst ist per Koken erstellt, wie ich finde ein unglaublich gut gemachtes Content Management System, speziell für die Präsentation von Fotos. Das Ding ist bisher kostenlos (uns soll es nach den Aussagen der drei Entwickler auch bleiben) und das beste ist, dass man wirklich merkt, dass die Jungs mit Liebe daran werkeln!

Im übrigen fand ich, dass wir eine sehr nette Truppe zusammen hatten, und möchte mich hier auch nochmal bei unserer super-kompetenten Wanderführerin Aina Escriva für die tolle Woche bedanken!